Kurzarbeit · Leistungssätze 2026

Kurzarbeitergeld-Rechner 2026 — wie viel bleibt bei Kurzarbeit übrig?

Kurz beantwortet: Kurzarbeitergeld ersetzt 60 % deiner Netto-Entgeltdifferenz — mit Kind 67 %. Trag dein normales Brutto und das Brutto im Kurzarbeits-Monat ein. Wir rechnen pauschalisiert nach BA-Tabelle und zeigen dir KuG-Höhe plus Gesamteinkommen.

Aktualisiert am · Autor: NettoCheck-Redaktion · Geprüft von Lukas Brandl, Diplom-Finanzwirt · Lohnsteuer-Hilfeverein

Kurzarbeitergeld-Rechner

Eingaben Kurzarbeit

Pauschalisiertes Nettoentgelt nach §§ 105–106 SGB III, Werte 2026 nach § 32a EStG. Ergebnis ohne Gewähr — verbindlich ist der KuG-Bescheid der Bundesagentur für Arbeit.

Netto-Soll

ohne Kurzarbeit

Pauschal-Netto / Monat

  • Brutto
  • SV + LSt (pauschal)

Kurzarbeitergeld

60 % der Netto-Differenz

KuG-Auszahlung / Monat (steuerfrei)

  • Netto-Differenz
  • Leistungssatz

Gesamt-Einkommen

Netto-Ist + KuG

Monat Kurzarbeit

  • Netto-Ist (Brutto-Ist nach Abzug)
  • + KuG (steuerfrei)

So rechnet die Bundesagentur für Arbeit

Kurzarbeitergeld ersetzt nicht das verlorene Brutto, sondern die pauschalisierte Netto-Entgeltdifferenz. Die BA berechnet aus deinem Soll-Brutto (was du normal verdient hättest) und deinem Ist-Brutto (was du in Kurzarbeit tatsächlich verdienst) jeweils ein pauschalisiertes Netto — vereinfacht nach Steuerklasse, ohne deine individuellen Freibeträge.

Auf die Differenz wird der Leistungssatz angewendet: 60 % für Beschäftigte ohne Kind, 67 % mit mindestens einem Kind im Sinne von § 32 EStG. Das Ergebnis ist dein Kurzarbeitergeld — steuerfrei nach § 3 Nr. 2 EStG, aber unter Progressionsvorbehalt.

Beispielrechnung (Brutto-Soll 3.500 €, Brutto-Ist 1.750 €, Steuerklasse IV, ohne Kind)

Pauschal-Netto Soll ≈ 2.235 €, Pauschal-Netto Ist ≈ 1.260 €. Differenz: 975 €. KuG = 60 % × 975 € = 585 €. Gesamt-Einkommen Monat Kurzarbeit: Netto-Ist (1.260 €) + KuG (585 €) = 1.845 €.

Steuerfalle Progressionsvorbehalt

KuG ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen (§ 32b EStG). Wer im Jahr mehr als 410 € KuG bezogen hat, ist abgabepflichtig zur Einkommensteuererklärung — und steht oft vor einer Nachzahlung. Faustregel: 5–10 % des bezogenen KuG zurücklegen.

Häufige Fragen zum Kurzarbeitergeld

Wie hoch ist der KuG-Leistungssatz 2026?

Standard 60 % der Netto-Entgeltdifferenz (§ 105 SGB III). Hat der Beschäftigte mindestens ein Kind im Sinne von § 32 EStG, beträgt der erhöhte Satz 67 %. Die Stufenregelung (70/77 % ab Monat 4, 80/87 % ab Monat 7) galt nur als Corona-Sonderregel und ist 2026 nicht in Kraft.

Was bedeutet "pauschalisiertes Nettoentgelt"?

Die Bundesagentur für Arbeit nimmt nicht das individuelle Netto, sondern eine vereinfachte Tabelle: Brutto minus Sozialabgaben (SV-Pauschale 21 %) minus pauschale Lohnsteuer nach Steuerklasse, ohne individuelle Freibeträge. So vermeidet die BA, jeden Lohnzettel einzeln nachzurechnen — die Tabelle ist gesetzlich in der KuG-Verordnung festgeschrieben.

Wer beantragt KuG — ich oder mein Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber. Er stellt die Anzeige über Arbeitsausfall bei der zuständigen Agentur für Arbeit, zahlt das KuG monatlich vor und holt es sich von der BA zurück. Du selbst tust nichts — siehst aber auf der Lohnabrechnung die KuG-Position separat ausgewiesen.

Steuern auf Kurzarbeitergeld?

KuG selbst ist nach § 3 Nr. 2 EStG steuerfrei. Aber: Es unterliegt dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG — es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Wer mehr als 410 € KuG im Jahr bezogen hat, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben und mit einer Nachzahlung rechnen. Faustregel: 5–10 % des bezogenen KuG zurücklegen.

Wie genau ist dieser Rechner?

Der Rechner verwendet die vereinfachte BA-Pauschalisierung mit SV-Pauschale 21 % und Lohnsteuertarif nach § 32a EStG (Werte 2026). Die Differenz zur exakten BA-Tabelle liegt typischerweise bei wenigen Euro pro Monat. Verbindlich ist der Bescheid der Bundesagentur für Arbeit.

Quellen & rechtliche Grundlagen

Hinweis: Die Berechnung erfolgt ohne Gewähr und ersetzt keine Steuerberatung. Verbindlich ist der KuG-Bescheid der Bundesagentur für Arbeit.