Kurzarbeit · Leistungssätze 2026
Kurzarbeitergeld-Rechner 2026 — wie viel bleibt bei Kurzarbeit übrig?
Kurzarbeitergeld-Rechner
So rechnet die Bundesagentur für Arbeit
Kurzarbeitergeld ersetzt nicht das verlorene Brutto, sondern die pauschalisierte Netto-Entgeltdifferenz. Die BA berechnet aus deinem Soll-Brutto (was du normal verdient hättest) und deinem Ist-Brutto (was du in Kurzarbeit tatsächlich verdienst) jeweils ein pauschalisiertes Netto — vereinfacht nach Steuerklasse, ohne deine individuellen Freibeträge.
Auf die Differenz wird der Leistungssatz angewendet: 60 % für Beschäftigte ohne Kind, 67 % mit mindestens einem Kind im Sinne von § 32 EStG. Das Ergebnis ist dein Kurzarbeitergeld — steuerfrei nach § 3 Nr. 2 EStG, aber unter Progressionsvorbehalt.
Beispielrechnung (Brutto-Soll 3.500 €, Brutto-Ist 1.750 €, Steuerklasse IV, ohne Kind)
Pauschal-Netto Soll ≈ 2.235 €, Pauschal-Netto Ist ≈ 1.260 €. Differenz: 975 €. KuG = 60 % × 975 € = 585 €. Gesamt-Einkommen Monat Kurzarbeit: Netto-Ist (1.260 €) + KuG (585 €) = 1.845 €.
Steuerfalle Progressionsvorbehalt
KuG ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen (§ 32b EStG). Wer im Jahr mehr als 410 € KuG bezogen hat, ist abgabepflichtig zur Einkommensteuererklärung — und steht oft vor einer Nachzahlung. Faustregel: 5–10 % des bezogenen KuG zurücklegen.
Häufige Fragen zum Kurzarbeitergeld
Wie hoch ist der KuG-Leistungssatz 2026?
Standard 60 % der Netto-Entgeltdifferenz (§ 105 SGB III). Hat der Beschäftigte mindestens ein Kind im Sinne von § 32 EStG, beträgt der erhöhte Satz 67 %. Die Stufenregelung (70/77 % ab Monat 4, 80/87 % ab Monat 7) galt nur als Corona-Sonderregel und ist 2026 nicht in Kraft.
Was bedeutet "pauschalisiertes Nettoentgelt"?
Die Bundesagentur für Arbeit nimmt nicht das individuelle Netto, sondern eine vereinfachte Tabelle: Brutto minus Sozialabgaben (SV-Pauschale 21 %) minus pauschale Lohnsteuer nach Steuerklasse, ohne individuelle Freibeträge. So vermeidet die BA, jeden Lohnzettel einzeln nachzurechnen — die Tabelle ist gesetzlich in der KuG-Verordnung festgeschrieben.
Wer beantragt KuG — ich oder mein Arbeitgeber?
Der Arbeitgeber. Er stellt die Anzeige über Arbeitsausfall bei der zuständigen Agentur für Arbeit, zahlt das KuG monatlich vor und holt es sich von der BA zurück. Du selbst tust nichts — siehst aber auf der Lohnabrechnung die KuG-Position separat ausgewiesen.
Steuern auf Kurzarbeitergeld?
KuG selbst ist nach § 3 Nr. 2 EStG steuerfrei. Aber: Es unterliegt dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG — es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Wer mehr als 410 € KuG im Jahr bezogen hat, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben und mit einer Nachzahlung rechnen. Faustregel: 5–10 % des bezogenen KuG zurücklegen.
Wie genau ist dieser Rechner?
Der Rechner verwendet die vereinfachte BA-Pauschalisierung mit SV-Pauschale 21 % und Lohnsteuertarif nach § 32a EStG (Werte 2026). Die Differenz zur exakten BA-Tabelle liegt typischerweise bei wenigen Euro pro Monat. Verbindlich ist der Bescheid der Bundesagentur für Arbeit.
Quellen & rechtliche Grundlagen
- §§ 95–109 SGB III — Kurzarbeitergeld (gesetze-im-internet.de)
- Bundesagentur für Arbeit — KuG für Arbeitnehmer
- § 32b EStG — Progressionsvorbehalt
- NettoCheck-Ratgeber: Kurzarbeitergeld 2026 (Hintergrund + Steuerfalle)
Hinweis: Die Berechnung erfolgt ohne Gewähr und ersetzt keine Steuerberatung. Verbindlich ist der KuG-Bescheid der Bundesagentur für Arbeit.